13th May2016

Marokko ist eine (Auto-)Reise wert

by Sternenkreuzer

6146 – Das ist die exakte Anzahl an Kilometern, die wir mit unserem Mercedes im April 2016 innerhalb von 11 Tagen zurückgelegt haben. Dabei kamen wir bis nach Marrakesch in Marokko und wieder zurück.

Ausserdem haben wir über 500 Liter “sans plomb” getankt und zwischen 4 und 5 Litern 10W40 nachgekippt. Ansonsten hat uns das 30-jährige Gefährt anstandslos und ohne Mucken durch alle Etappen gebracht. Der Verbrauch lag letztendlich bei rund 8,5 Litern / 100 km.

Marokko, wir kommen

Am 8. April 2016 und 09:00 Uhr ging es los – Klamotten, Pässe, grüne Versicherungskarte inklusive Abdeckung in Marokko, Bargeld, EC- und Kreditkarte, etwas Werkzeug sind bereits am Vorabend im Kofferraum gelandet. Vollgetankt ist ebenfalls, der Tageskilometerzähler zurückgesetzt.

Start – Cap d’Agde – Barcelona – Almeria – Algeciras

Wir hatten für die erste Nacht noch kein Hotel gebucht und waren somit völlig unabhängig und frei zu entscheiden, wo wir übernachten wollen. Eine Stunde von Montpellier entfernt liegt der Ferienort Cap d’Agde, wo wir spontan ein Zimmer nahmen.
Am nächsten morgen ging es weiter in Richtung Barcelona, das wir noch am Vormittag erreichten. So hatten wir bis zum Treffen am Abend genug Zeit uns die Stadt anzusehen: Park Güell, etwas Street-Art, der Strand.
Tag 3 führte uns bis nach Almeria. Eine Fähre hatten wir noch nicht gebucht, wir entschieden aber, am nächsten Morgen bis nach Algeciras zu fahren um dort ein Schiff zu nehmen. Das haben wir auch genau so gemacht – um 13.00 Uhr stand unser Auto im Schiffsbauch und wir warteten auf das Ablegen der Fähre.

Ceuta – Chefchaouen – Ouzoud – Marrakesch – Casablanca – Ceuta

Nach einer guten Stunde – das Zeitgefühl verliert man auf einer solchen Reise sowieso schnell – fuhren wir in den Hafen von Ceuta ein. Ceuta ist immer noch eine spanische Enklave, den Grenzübertritt hatten wir also noch vor uns.
Was man beim Grenzübertritt nach Marokko wissen sollte: Ja, man braucht pro Person einen ausgefüllten weissen Zettel und man braucht den grünen Zettel inklusive Durschläge für das Auto. Es wird einem von jedem geholfen (man wollte uns sogar schon anquatschen, kaum hatten wir das Hafengelände verlassen) – natürlich halten die Leute hinterher die Hand auf. Beide Zettel müssen mit Pässen bzw. Fahrzeugausweis in verschiedenen Kabinen abgestempelt. Man weiss natürlich nicht welche, es ist nichts angeschrieben.
Irgendwann hatten wir es dann geschafft und fuhren auf marokkanischem Erdboden. Tip: Besser schon Dirham für die Autobahnmaut bereit haben. Ein Euro-Schein geht notfalls auch, aber man wird ja noch genug abgezockt in Marokko.

Bis Tetouan gibt es eine Autobahn, danach gibt es bis zur “Blue Pearl” Chefchaouen nur noch Überlandstrassen. Autobahnen dürfen in Marokko mit 120 km/h befahren werden, innerorts gilt 40 km/h und ausserorts je nach Strasse entweder 60 oder 80 km/h.
Chefchauoen liegt erhöht in den Bergen und ist bekannt für ihre blau angemalten Gebäude. Unser Hotel konnten wir selbst nicht finden und nahmen uns daher einen Jungen als Guide mit, der uns zu einem Hotel führte, das man tatsächlich nicht mit dem Auto erreichen konnte. Abends trafen wir uns in der Medina und stellten fest, dass abends noch der grösste Trubel herrscht. So konnten wir noch spät eine marokkanische Sim-Karte erwerben – eine der besten Entscheidungen.

Für die nächste Nacht hatten wir noch kein Hotel gebucht und so waren wir absolut flexibel. Wir liessen Fes links liegen, fuhren an Meknes vorbei, durchkreuzten bei Sonnenuntergang Beni Mellal und erreichten nach 22.00 Uhr unser kleines Hotel in Ouzoud, das wir unterwegs (ha, wir sind ja online!) gebucht hatten.
Bis wir aber dieses Hotel erreicht hatten, haben wir diese Erfahrungen gemacht:
– In Beni Mellal sind die Hauptstrassen modern beleuchtet, das ist uns zum ersten Mal in einer Stadt aufgefallen. Als wir durch die Hauptstrassen fuhren, gab es an den Ständen am Strassenrand gegrilltes Fleisch, dessen Geruch allein schon hungrig machte.
– Der Weg nach Ouzoud führte uns über einen Berg, dessen Strassen (bzw. Weg) zum grossen Teil keinen Strassenbelag hatte. Zu der Zeit war es schon stockfinster und die Strecke war natürlich nicht beleuchtet. Absolut spannend!
– Unser Hotel in Ouzoud war das Riad Dar Ouzoud – die Herbergsmutter hat uns sogar spätabends noch ein Not-Essen gezaubert – sehr nett!

Da wir am nächsten Tag nicht mehr viel Strecke bis nach Marrakesch zu absolvieren hatten, nahmen wir uns fast den ganzen Vormittag Zeit um die Wasserfälle – die schönsten in ganz Marokko – zu besichtigen. Natürlich mit persönlichem Tour-Guide.

In Marrakesch angekommen, mussten wir uns erst einmal an diesen hektischen Verkehr gewöhnen. Vermutlich sind die Touristen dort am gefährlichsten. (Davon abgesehen, dass die meisten Touristen wohl nicht mit dem Auto nach Marrakesch fahren.) Überall Motorroller, Taxis, LKWs, Fussgänger. Sobald die Ampel auf grün schaltet, wird gehupt, dann gefahren.
Unser Hotel war innerhalb der Medina und nicht direkt mit dem Auto zu erreichen. Also mal wieder nur mit Tourguide zu finden…
Der Besuch des Djemma el Fna, der Hauptmarkt, ist natürlich Pflicht. Was wir ebenfalls nicht ausliessen: das Ledergerber-Viertel in der Medina, Kamelreiten, Jardin Majorelle.

In Casablanca war schon etwas mehr Wohlstand sichtbar. Wir trafen uns abends im Restaurant La Sqala, ein paar Meter von Ricks Cafe entfernt und genossen ein feines Essen. Zwischen Marrakesch und Casablanca gibt es auch wieder eine Autobahn.

Am nächsten morgen starteten wir früh von Casablanca aus, fuhren an der Hauptstadt Marokkos, Rabat, vorbei und erreichten kurz nach Mittag Ceuta. Dort konnten wir noch knapp auf eine Fähre und waren schnell wieder in Europa. Nachdem wir in Malaga kein passendes Hotel gefunden haben, übernachteten wir in Granada.

Was uns generell in Marokko aufgefallen ist:
– Jeder hilft und jeder erwartet Bakschisch.
– Polizeikontrollen kommen sehr häufig vor. Wir wurden immer freundlich durchgewunken.

Marokkanisches Dorf

Weisse Häuser in Marokko.

Bergiges Marokko

Immer wieder bergig.

 

Fotopause

Ein kurzer Halt fürs Fotoalbum.

 

Pause nach Polizeikontrolle

Saftiges Grün gibt’s auch in Marokko – vor allem im Norden. Je weiter südlicher man kommt, desto trockener wird es.

 

Alles blau in Chefchaouen.

Alles blau in Chefchaouen.

 

Ohne Einheimischen-Hilfe hätten wir unser Hotel niemals gefunden.

Ohne Einheimischen-Hilfe hätten wir unser Hotel niemals gefunden.

 

Die vielen kräftigen Farben sind typisch für Marokko und auch Marrakesch.

Die vielen kräftigen Farben sind typisch für Marokko und auch Marrakesch.

 

Marrakeschs Farben

Bunte Ware in Marrakesch.

 

Das Fleisch hängt meistens an der frischen Luft, den Minztee gibt es immer und überall.

Das Fleisch hängt meistens an der frischen Luft, den Minztee gibt es immer und überall.

 

Der Hauptmarkt und das Zentrum von Marrakesch: der Djeema el Fna. Hier herrscht Trubel und hier finden sich zahllose Touristen und Einheimische, die letztere erleichtern wollen.

Der Hauptmarkt und das Zentrum von Marrakesch: der Djeema el Fna. Hier herrscht Trubel und hier finden sich zahllose Touristen und Einheimische, die letztere erleichtern wollen.

 

Neben Schlangebeschwörern gibt es auf dem Hauptmarkt in Marrakesch auch Geschichtenerzähler, Wasserträger, Tänzer...

Neben Schlangebeschwörern gibt es auf dem Hauptmarkt in Marrakesch auch Geschichtenerzähler, Wasserträger, Tänzer…

 

Bei den vielen alten W123, die da unten noch herumfahren, bekommt man den Eindruck, es sei in Deutschland nie einer verschrottet worden. 123er gibt es am meisten, 124er und 201er gibt es sehr viele. In den Städten kommen noch viele Dacia Lodgy, Sandero und Dokker hinzu.

Bei den vielen alten W123, die da unten noch herumfahren, bekommt man den Eindruck, es sei in Deutschland nie einer verschrottet worden. 123er gibt es am meisten, 124er und 201er gibt es sehr viele. In den Städten kommen noch viele Dacia Lodgy, Sandero und Dokker hinzu.

 

Eine häufige Erscheinung, so ein Mercedes-Kleintransporter. Die allermeisten (auch andere Mercedes-Modelle übrigens) haben zusätzliche Mercedes-Logo-Aufkleber auf dem Heck.

Eine häufige Erscheinung, so ein Mercedes-Kleintransporter. Die allermeisten (auch andere Mercedes-Modelle übrigens) haben zusätzliche Mercedes-Logo-Aufkleber auf dem Heck.

 

Es war heiss, es musste erst einmal gelüftet werden. Für einen Ritt stiegen wir von Pferdestärke auf Kamelstärke um.

Es war heiss, es musste erst einmal gelüftet werden. Für einen Ritt stiegen wir von Pferdestärke auf Kamelstärke um.

 

Sonnenuntergang in Afrika.

Sonnenuntergang in Afrika.

 

Granada – Valencia – Heimat

Am nächsten Tag hatten wir so etwas mehr Zeit, die Stadt und dessen Zentrum bei Regen zu erleben. Danach fuhren wir nach Valencia, wo wir den letzten Abend mit der Gruppe verbrachten. Am Tag danach nahmen wir die gesamte Strecke, ca. 1400 km, unter die Räder und kamen wohlbehalten nach 11 intensiven Tagen wieder zu Hause an.

Gesamtstrecke: 6146 km.

Nach Marokko wollen wir auf jeden Fall mal wieder.

 

Sonnenuntergang hinter Rallyeauto

Mit dem Auto nach Marokko – warum nicht?

 

Unsere Reiseroute

Unsere Reiseroute

 

Zur Dart 4000 Low-Budget Youngtimer-Rallye: www.dart4000.com

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *